IG Mobilfunk


GPRS-EDGE

EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ist eine Erweiterung von GPRS (General Packet Radio Service) - diese wird auch als E-GPRS (Enhanced GPRS) bezeichnet.

Was ist GPRS?

GPRS ist eine Erweiterung des GSM-Mobilfunkstandards um packetorientierte Datenübertragung. Dadurch werden bei GSM-Netzen günstige Volumentarife möglich.
Beim normalen Telefongespräch über Mobilfunk bleibt die Verbindung für die Dauer des gesamten Gesprächs bestehen. GPRS nutzt nur die Bandbreite des übertragungskanals, die tatsächlich benötigt wird - somit können mehr Teilnehmer den selben Kanal nutzen.
Es können bei großen Datenmengen theoretisch alle 8 GSM-Zeitschlitze parallel genutzt werden, damit wäre eine Datenrate von 171,2kBit/s möglich, dies hängt aber vom verwendeten Endgerät ab.

Die verwendete Technik bei GSM

Im Voicebetrieb werden die vom Mikrofon aufgenommenen elektrische Schwingungen digital abgetastet und in einen digitalen Datenstrom verwandelt.
Im Datenbetrieb liegen die Daten natürlich schon als digitaler Datenstrom vor und können direkt weiterverarbeitet werden.

Nun werden die niederfrequenten Daten (ca. 271kBit/s) auf einen hochfrequenten Träger (ca. 900 oder 1800MHz) aufmoduliert. Beim klassischen GSM/GPRS wird dazu das GMSK-Modulationsverfahren (Gaußsches Minimum Shift Keying) verwendet - hier werden die Zustände "0" und "1" lediglich um 180 Grad phasenverschoben dargestellt.

Was ist EDGE?

Der Unterschied bei EDGE ist nur das Modulationsverfahren, also die Art und Weise wie die niederfrequenten Nutzdaten auf den hochfrequenten Träger aufgebracht werden - EDGE nutzt das 8-PSK-Verfahren (Phase Shift Keying).
Es ist nicht nur möglich die beiden Zustände 0 und 180 Grad darzustellen - wie bei GMSK.
PSK stellt jeweils um 45 Grad phasenverschobene Symbole dar, damit sind folgende Zustände möglich: 0, 45, 90, 135, 180, 215, 270 und 305 Grad. Somit könnnen 8 Zustände kodiert werden - es können 3 Bits gleichzeitig übertragen werden.

Welchen Vorteil bietet EDGE für den Kunden?

Eine höhere Datenübertragungsrate - theoretisch sind bis zu 473,6kBit/s möglich. In der Praxis sind Werte zwischen 100 und 150kBit/s bei guten Empfangsbedingungen erreichbar.
Die Pingzeiten für E-GPRS liegen bei 400ms, für GPRS bei 600ms.

Welchen Vorteil bietet EDGE für die Betreiber?

Die dreifache Datenmenge und damit einen höheren Gewinn.

Welcher Aufwand ist nötig um eine Basistation EDGE-fähig zu machen?

Dies ist mit minimalem Aufwand möglich.
Mit einem Softwareupdate und einigen kleinen Hardwareänderungen wird eine Basistation EDGE-fähig.

Welche Auswirkungen hat EDGE auf die Menschen?

EDGE scheint eine stärkere Wirkung zu haben als das klassische GSM/GPRS, wie das Beispiel Oberammergau zeigt.
Das Beispiel zeigt, daß die Problematik des Mobilfunks nicht allein in der Höhe der Sendeleistung liegt.

Auch bei GSM/GPRS ist die Wirkung auf den menschlichen Organismus noch nicht verstanden worden. Hätten die Betreiber die Wirkung auf den menschlichen Organismus verstanden, so hätten sie schon längst alle Argumente gegen Mobilfunk entkräften können. Dies ist nicht der Fall.

Wie kann ich erkennen ob mein Endgerät eine E-GPRS Verbindung aufbaut?

Bei einigen neueren Endgeräten wird bei Datenübertragungen ein "E" anstelle eines "G" für GPRS angezeigt.
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24.11.2006 IG Mobilfunk Hohenacker